Wild und Jagd
Jagd gestern und heute

Die Jagd ist so alt wie die Menschheit. „Jäger und Sammler“, so bezeichnet man die Menschen der Altsteinzeit. In dieser Epoche diente die Jagd

•    der Nahrungsgewinnung sowie
•    der Gewinnung von Fellen, Hörnern, Knochen usw. für die Herstellung von Kleidung und Gebrauchsgegenständen.

Nachdem die Menschen sesshaft wurden und sich Nutztiere hielten, trat die Jagd zunehmend in den Hintergrund. Bereits in der Antike wurde die Jagd als Freizeitgestaltung betrachtet.
Bis in das 19. Jahrhundert war die Jagd ein Privileg des Adels sowie staatlicher und kirchlicher Würdenträger. Aus dieser Zeit stammt auch die Einteilung des Wildes in Hochwild (Rotwild, Schwarzwild, Damwild, Auerwild, Steinadler), das nur vom Hochadel bejagt werden durfte und in Niederwild (Rehwild, Hase, Fasan, Ente usw.), das der kleine Landadel jagen konnte. Das Privileg für den Adel wurde 1848 abgeschafft; die Einteilung des Wildes in Hoch- und Niederwild hat sich bis heute erhalten.

Das Rotwild – größte Schalenwildart in Deutschland

Heute wird die Jagd überwiegend von privaten Jägern ausgeübt. Das Jagdrecht ist an das Grundeigentum gebunden. Die Grundeigentümer sind Kraft Gesetzes in Jagdgenossenschaften zusammen geschlossen; diese können Flächen an Jagdausübungsberechtigte auf Zeit verpachten. Eigentümer von zusammenhängenden Flächen über 75 ha müssen sich nicht der Jagd-genossenschaft anschließen; sie können ihre Flächen als Eigenjagdbezirk nutzen. In den Staats- und Landesforsten sowie den Forsten der Klosterkammer wird das Jagdrecht durch Förster oder angestellte Berufsjäger ausgeübt. Diese Stellen verpachten ebenfalls Teile ihrer Flächen an private Jäger. Das Jagdrecht ist im Bundesjagdgesetz und in den Landesjagdgesetzen sowie den hierzu ergangenen Verordnungen geregelt.

Damhirsche in der Brunft