Naturschutz

Ziele des Naturschutzes


Die Ziele des Naturschutzes sind im Bundesnaturschutzgesetz als Rahmengesetz und im Niedersächsischen Naturschutzgesetz als Ausführungsgesetz festgelegt.

Danach sind Natur und Landschaft so zu schützen,
zu pflegen und zu entwickeln, dass

  • auf Dauer der Naturhaushalt intakt bleibt
  • Naturgüter nachhaltig genutzt werden können die Erhaltung von Pflanzen- und Tierwelt gesichert bleibt und
  • allgemein die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen erhalten wird.

Dem Naturschutzrecht unterliegen alle wild lebenden Pflanzen sowie Tiere, die nicht dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen.

Bestehen jedoch in diesen Vorschriften keine besonderen Bestimmungen zum Schutz und Pflege der betreffenden Arten, sind die Vorschriften des Naturschutzgesetzes anzuwenden.

 

Es ist verboten
  • wild lebende Tiere unnötig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten
  • wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund ihrem Standort zu entnehmen, zu nutzen oder zu verwüsten
  • wild lebende Blumen, Gräser, Farne und Zweige in größerer Menge als der eines Handstrauches zu entnehmen und Gräser, Kräuter, Früchte, Moose, Pilze oder Flechten zum Verkauf zu sammeln (gilt nicht für Eigentümer oder für Personen mit schriftlicher Erlaubnis des Eigentümers)
Zur Erreichung dieser Ziele können folgende Schutzgebiete ausgewiesen werden
  • Naturschutzgebiet – durch Rechtsverordnung verbindlich festgesetztes Gebiet, strengste nationale Schutzkategorie, besonderer Schutz von Natur und Landschaft, Zerstörungen oder Veränderungen sind untersagt
  • Nationalpark – großräumiges Gebiet von besonderer Eigenart oder überragender Bedeutung (Wattenmeer, Harz), in Niedersachsen durch Gesetz besonders geregelt
  • Landschaftsschutzgebiet – abgegrenztes Gebiet, Landschaftsbild soll wegen seiner Eigenart oder Schönheit als Nutzungsraum für den Menschen erhalten bleiben (Nutzung fast uneingeschränkt möglich
  • Naturpark – großräumiges, landschaftlich schönes Gebiet , das vorwiegend als Erholungsraum für den Menschen genutzt und ggf. ausgebaut wird.
  • Naturdenkmal – bestimmtes kleinflächiges Gebiet (bis max. 5 ha) oder besonders schützenswerte Einzelobjekte, wie z.B. einzelne Bäume, Felsen, Quellen, Wasserläufe usw.
  • Geschützte Landschaftsbestandteile – hierunter fallen in erster Linie Feldhecken, Bäume, Feldgehölze, Streuwiesen u.ä., die aus ökologischen oder ästhetischen Gründen erhalten werden sollen.

Besonders geschützte Gebiete. Dazu gehören: Hochmoore, Sümpfe, Röhrichte , seggen-, binsen- oder hochstaudenreiche Nasswiesen, Bergwiesen, Quellbereiche, naturnahe Bach- und Flussabschnitte, Kleingewässer, Unbewaldete Binnendünen, natürliche Block- und Geröllhalden, Felsen, Zwergstrauch- und Wachholderheiden, Magerrasen, Wälder und Gebüsche trockenarmer Standorte, - Bruch-, Sumpf-, Au- und Schluchtwälder, Dünen, Salzwiesen und Wattflächen, Natürliche Höhlen und Erdfäll

FFH-Gebiet – von der EU im Rahmen einer Richtlinie festgelegtes Gebiet zur Erhaltung der Artenvielfalt auf europäischer Ebene; die Umsetzung dieser Richtlinie erfolgt auf Länderebene z. B. durch Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes (FFH = Fauna-Flora-Habitat).

Naturschutz im Bereich der Jägerschaft Hannover-Land

Die Jägerschaft Hannover-Land hat zur Umsetzung der Ziele des Naturschutzes in ihrer Satzung folgendes ausgeführt:

§ 2 Aufgaben und Ziele

(1) Zweck der Jägerschaft ist die Förderung der frei lebenden Tierwelt im Rahmen des Jagdrechts sowie des Naturschutzes, der Landschaftspflege, des Tierschutzes und des Umweltschutzes.

(2) Dieser Zweck wird verwirklicht durch

1. den Schutz und die Erhaltung einer artenreichen und gesunden frei lebenden Tier- und Pflanzenwelt und die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen unter Wahrung der Landeskultur sowie die Förderung der Ziele des Naturschutzes, der Landschaftspflege, des Tierschutzes und des Umweltschutzes.

2. Die Pflege und Förderung aller Zweige des Jagdwesens, des jagdlichen Brauchtums, der umfassenden jagdlichen Aus- und Weiterbildung, des jagdlichen Schrifttums, jagdkultureller Einrichtungen sowie der waidgerechten Jagdausübung.

3. Die Förderung und Anregung von Wissenschaft und Forschung durch Hingabe von zweckgebundenen Mitteln im Rahmen des § 58 AO.

4. Die Aufklärung in Öffentlichkeit und Gesellschaft über Wert und Nutzen, Schutz und Erhaltung artenreicher Bestände der natürlichen Tier- und Pflanzenwelt und über Ursachen, Auswirkungen und Abwehr schädlicher Umwelteinflüsse.

5. Die Unterstützung der Jagd- und Naturschutzbehörden bei der Durchführung ihrer Aufgaben.

(3) Die Jägerschaft nimmt damit die Aufgaben und Ziele der LJN in ihrem Bereich und im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit wahr."

 

Naturschutzleistungen der Landesjägerschaft Niedersachsen in den Jahren 2004 bis 2006

Die Landesjägerschaft Niedersachsen hat als anerkannter Naturschutzverband in den Jahren 2004 bis 2006 nachfolgende Natur- und Artenschutzprojekte durchgeführt und dazu die entsprechenden Mittel aus der Jagdabgabe des Landes Niedersachsen bzw. aus Verbandsbeiträgen investiert:

Wiedereinbürgerung des Luchses im Harz

Insgesamt sind in 24 Gehegen aufgezogene Luchse über entsprechende Eingewöhnung im niedersächsischen Harz ausgewildert worden. Nachgewiesen wurde, dass sie sich in freier Natur reproduziert haben mit bisher 26 wild aufgewachsenen Jungtieren.

Unser Mitteleinsatz für dieses Artenschutzprojekt beläuft sich in dem o.a. Zeitraum auf insgesamt 10.000 €.

Seehundaufzucht

Für das Einsammeln, Aufziehen und Wiederauswildern von mutterlos aufgefundenen Seehunden an der niedersächsischen Nordseeküste haben wir in den Jahren 2004 bis 2006 insgesamt 74.000 € eingesetzt. In diesen Themen- und Aufgabenbereich gehört auch das Entsorgen von Seehundkadavern, insbesondere, wenn wieder ein seuchenbedingtes Massensterben der Seehunde einsetzt sowie das Seehundmonitoring.

Wildtiererfassung

Für die flächenhafte Erfassung der Lebendbesätze ausgewählter frei lebender Tiere in Niedersachsen mit annähernd 8 000 ehrenamtlichen Erfassern und der Verifizierung der Angaben durch Wissenschaftler hat die Landesjägerschaft Niedersachsen im o.a. Zeitraum insgesamt 289.000 € eingesetzt.

Förderung der Artenvielfalt in der Feldflur

Wildtierfreundliche Flächenstilllegungen, Stoppelbrachen und Feldrain-Altgrasförderungen zum Wohle der Bodenbrüter in der Agrarlandschaft wurden von 2004 bis 2006 von der Landesjägerschaft Niedersachsen mit 245.000 € gefördert.

Hegebüsche

Die Anpflanzung von neuen Hecken, Gebüschen und Gehölzen zur Förderung des Biotopverbunds hat die Landesjägerschaft Niedersachsen im o.a. Zeitraum mit insgesamt 151.000 € bezuschusst.

Feuchtgebiete

Für die Neuanlage und Herrichtung von Teichen wurden über die Landesjägerschaft in den Jahren 2004 bis 2006 Zuschüsse in Höhe von 27.600 € gewährt.

Wanderfalken-Nisthilfen

Die Herstellung, Anbringung und Erneuerung von Wanderfalken-Nisthilfen an Türmen der Deutschen Telekom in Nordwestdeutschland wurde von der Landesjägerschaft mit 5.000 € gefördert.

Aktion Biotopschutz

Die Landesjägerschaft erwirbt Flächen, um sie dauerhaft gezielt für die Natur- und Artenvielfalt herzurichten und zu sichern. Insgesamt sind bisher 475 Hektar in 154 Einzelflächen aufgekauft und zur Förderung der Vielfalt hergerichtet worden.

Im Naturland der Landesjägerschaft befinden sich höchst unterschiedliche Biotoptypen, wie z.B. Moore, Fließ- und Stillgewässer, Sümpfe, Gebüsche, Sumpfdotterblumenwiesen, Streuobstwiesen, Quellbereiche, Röhrichte, seggenreiche Nasswiesen, Heiden, Bruchwälder und Halbtrockenrasen.

Viele der Biotopschutzflächen der Jäger sind - nicht zuletzt auch auf Grund ihrer behutsamen Pflege und gezielten Entwicklung - zu besonders geschützten Biotopen geworden und erfüllen die vom Gesetzgeber dafür definierten Kriterien.

Im o.a. Zeitraum hat die Landesjägerschaft für den Kauf sowie die Unterhaltung der Biotopschutzflächen 46.000 € investiert.

Nationalparkzentrum Norden-Norddeich

In die Bildungsarbeit und Aufklärung breiter Kreise über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind von der Landesjägerschaft im o.a. Zeitraum insgesamt 45.000 € als Zuschuss gewährt worden.

 

Eine Auswahl der 2009 auserwählten Tiere und Pflanzen
Wildtier des Jahres - der Igel

Mit dem Igel kürte die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi) eines der am meisten gefährdeten Säugetiere. Ausgeräumte Gärten und Parks und der zunehmende Straßenverkehr schmälern fortschreitend dessen Vorkommen. Die Verluste durch seine natürlichen Feinde kann der Igel mit bis zu sechs Jungen in zwei Würfen problemlos ausgleichen. Die vom Menschen verursachten Einflüsse für den Fortbestand der Art sind dageben besorgniserregend. Dämmerungs- und nachtaktiv ernährt sich der Igel von Kleintieren, Mäusen, Insekten, Eiern, Würmern, Echsen, Fröschen und reifen Früchten. In seinem Gras- und Moosnest schläft er in der Regel zwischen Oktober und April. Die Paarungszeit dauert bis zum August. Weibchen sind etwa sechs Wochen trächtig. Übrigens zählten Biologen 16000 Stachel an einem Altigel. (Aus: Nieders. Jäger Nr. 3/ 2009)

Vogel des Jahres - der Eisvogel

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kürte den farbenprächtigen, eleganten Eisvogel zum Vogel des Jahres. Der Verband möchte damit auf die nach wie vor bestehende Gefährdung der Lebensräume dieses kleinen, aber interessanten Vogels hinweisen. Denn naturnahe Gewässer werden im Zuge von Baumaßnahmen der verschiedensten Art zerstört oder sind durch Naturnutzer gefährdet. Lebenswichtig sind für den Fischfänger saubere Gewässer mit einem reichen Angebot an kleinen Fischen, etwa Gründlingen oder Ellritzen. Deutschlandweit gibt es noch geschätzte 8000 Brutpaare. Strenge, anhaltende Winter sind für die Vögel tödlich, da die Nahrung unter dem Eis für sie nicht erreichbar ist. Verluste werden durch zwei Bruten im Sommerausgeglichen. Bis zu acht Junge pro Brut sind keine Seltenheit. Zwischen April und Juli werden die Gelege etwa 19 bis 21 Tage bebrütet. Die "Nesthocker" verlassen das Nest nach vier Wochen und sind nach wenigen Tagen bereits selbständig. (Aus. Nieders. Jäger Nr. 3/2009)
Baum des Jahres - der Bergahorn

Wegen seiner ökologischen Bedeutung wurde er zum Baum des Jahres gewählt. Auf feuchten und nährstoffreichen Böden, vor allem in Mischwäldern der Mittelgebirge bis zur Laubholzgrenze der Hochgebirge, entwickelt sich dieser als "Edellaubholz" bezeichnete Baum zu einer stattlichen Höhe bis 35 Meter und erreicht an günstigen Standorten ein Alter von 400 bis 500 Jahren. Auch als Park- und Alleebaum ist er beliebt. Auffallend ist seine platanenähnliche Borke, die sich im Alter schuppenartig ablöst. Begehrt ist sein weißes Holz vor allem bei Schnitzlern und Drechslern. (Aus: Nieders. Jäger Nr. 3/2009)
Wildblume des Jahres - die Wegwarte

Die als "Zungenblütler" bekannte bis 1,50 m hohe Pflanze mit verzweigten, kantigen, hohlen Stängeln, blüht im Sommer an Weg- und Ackerrändern, auf Ödflächen und trockenen Weiden. Naturfreunde erfreut sie als "sehr lebendige Blume", die morgens ihre Blüten öffnet und abends wieder schließt. Sie wird auch in zwei Kulturformen angebaut, deren eine, mit rübenförmigen Wurzeln, das Rohmaterial für Zichorie (Kaffee-Ersatz) liefert. Als Wildpflanze wächst sie europaweit, ist jedoch gebietsweise durch Landschaftszerstörung, zum Beispiel durch Baumaßnahmen, stark gefährdet. Gewählt zur Wildblume wurde sie von der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung Loki Schmidt. (Aus: Nieders. Jäger Nr. 3/2009)