Rehkitzrettung

Rettung aus der Luft

Drohnen im Einsatz

Jedes Jahr verenden in Deutschland über 100.000 Rehkitze durch den Betrieb landwirtschaftlicher Mähmaschinen.  Mit dem Einsatz von Drohnen kann man Wildtierverluste erfolgreich vermeiden.  

Das Jagdjahr ist noch jung und in der Landwirtschaft beginnt nun die Zeit der Frühjahrsmahd.
Unglücklicherweise fällt dieser Termin oftmals in die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere die im Grünroggen und in Heuwiesen ihren Nachwuchs ablegen und dort in Sicherheit wähnen.

Ihrem natürlichen Instinkt folgend, ducken und drücken sich die Jungtiere tief auf den Boden, was sie zwar oftmals erfolgreich vor dem Fuchs und anderen Fressfeinden schützt, nicht aber, wenn ein Mähwerk mit 10 Metern Schnittbreite und 15km/h auf sie zufährt.

Um die Tiere vor dem Mähtod zu bewahren, ist man in der Vergangenheit traditionell vor der Mahd die Wiesen mit einer Menschenkette abgegangen, auch das Absuchen mit dem Hund und Aufstellen von Vergrämungsmaßnahmen wie Flatterband, Plastiktüten oder Duschradios wird bereits lange mehr oder weniger erfolgreich akzeptiert.

In Zeiten von Corona und den damit verbundenen Verordnungen sind einige dieser Methoden, wie z.B. das Abgehen der Wiese in einer Gruppe praktisch aber gar nicht mehr durchführbar. Was also tun?

Der Fortschritt schreitet auch hier munter weiter voran und so kommen in jüngster Zeit immer mehr Drohnen, ausgestattet mit Wärmebild – oder Infrarot-Technik zum Einsatz.  

In der Region Hannover leistet das Team der Rehkitzrettung Langenhagen bereits seit Jahren erfolgreiche Arbeit.

„In einer Saison suchen wir ca. 1000 Hektar Fläche ab und retten dabei im Schnitt mehr als 100 Rehkitze“, sagt Dominik Cattau von der Rehkitzrettung Langenhagen. Dabei erstreckt sich das Einsatzgebiet mittlerweile weit über Langenhagen hinaus. Von Wettmar, über Leveste bis nach Benthe sind die Retter dabei in der Saison fast täglich unterwegs.

Durch Mund zu Mund – Propaganda und die gute Zusammenarbeit mit Landwirten und Hegeringen vor Ort kommen laufend neue Aufträge hinzu und die Zahl der Flugstunden steigt dabei stetig an. Dabei arbeitet das gesamte Team ehrenamtlich und freut sich immer über zuverlässige Helfer, welche z.B. unter der Anleitung des Jägers beim Bergen der Rehkitze helfen.

Um die Verluste so gering wie möglich zu halten, hier noch einige Regeln für eine sorgenfreie Frühjahrsmahd:

– Als grundsätzliche Empfehlung sollte immer von innen nach außen gemäht werden um dem Wild noch die Möglichkeit zu geben nach außen durch das stehende Gras flüchtig zu werden.

– Möglichst nicht im Dunkeln mähen! Viele Tiere ducken sich bei Licht instinktiv und springen nicht ab.

– Die Erntetermine mindestens 24 Stunden vor der Mahd mit den Jägern vor Ort absprechen um erforderliche Maßnahmen zur Kitzrettung einleiten zu können.

Weitere Informationen kann man dem LJN – Faltblatt „Unseren Wildtieren zuliebe“ entnehmen.
https://www.ljn.de/fileadmin/dateien/ljn.de/wild_und_jagd/naturschutz/Flyer_Mahd.pdf

Mehr zur Kitzrettung Langenhagen findet man unter:
https://www.rehkitzrettung-langenhagen.de